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Die Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz gedachte ihres Ehrenvorsitzenden Prof. Dr. Dr.-Ing. e.h. Gottfried Kiesow

<strong>Die Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz gedachte ihres Ehrenvorsitzenden Prof. Dr. Dr.-Ing. e.h. Gottfried Kiesow</strong>

15.12.2011 -

Die Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz hat mit Prof. Dr. Dr.-Ing. e.h. Gottfried Kiesow, der am 7. November wenige Wochen nach seinem 80sten Geburtstag nach langer, schwerer, aber mit unermüdlichem „Tätig-Sein“ verdrängter Krankheit gestorben ist, ihren Ehrenvorsitzenden verloren und geistigen Vater des Programms verloren. Gemeinsam gedachten die Mitglieder der Expertengruppe im Rahmen ihrer Tagung in Ravensburg (Baden-Württemberg) am17. November 2011 in Stille, gleichermaßen betroffen wie auch dankbar, ihres verstorbenen Ehrenvorsitzenden. Gottfried Kiesow wird über diesen Tag hinaus den heutigen und bisherigen Mitgliedern der Expertengruppe stetig in wacher und guter Erinnerung bleiben.

Mit Gottfried Kiesow verliert die Denkmallandschaft in Deutschland und weit darüber hinaus einen ihrer unermüdlichsten Beschützer, Verfechter der Bewahrung durch Nutzungen und einen mitreißenden Anreger. Die Zunft der Denkmalpfleger verliert mit ihm eine ihrer Leitfiguren und den Profiliertesten ihrer Inspiratoren. Mit der auf seine Anregung 1985 gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz im Rücken, deren Vorstandsvorsitzender er viele Jahre war, hatte er ein wunderbares Instrument für sein Thema, welches er schon vor, aber mit besonderer Leidenschaft nach der Wiedervereinigung vorlebte und damit eine gesamtdeutsche großartige Bürgerbewegung entfachte.

Er war ein begnadeter Anreger und Inspirator, der offen und unkompliziert auf jeden zuging, ihn mit seiner Meinung und seinem Wissen konfrontierte und versuchte, ihn zu überzeugen und als Mitwirkenden zu gewinnen. Sein Wirken war – für jeden beeindruckend - von seiner optimistischen und handlungsorientierten Grundhaltung getragen. So ging Gottfried Kiesow unmittelbar nach der Bildung der östlichen Bundesländer im Herbst 1990 / Frühjahr 1991 auf die neu in ihre Ämter berufenen Bundes- und Landespolitiker zu, um sie für die Rettung der Innenstädte und historischen Stadtkerne in den östlichen Bundesländern zu gewinnen. In dieser besonderen Situation des Umbruchs und des Aufbruchs machte er mit klaren Worten deutlich, dass die Bewahrung der Städte als in ihrer Gewachsenheit und zeitlichen Schichtung einzigartige Ensembles von europäischem Rang eine gleichermaßen außerordentliche und unaufschiebbare gesellschaftspolitische und kulturelle Aufgabe ist. Amtsinhaber in Fachbehörden und Fachverwaltungen unterstützten ihn und sein Bemühen und die damalige Bundesbauministerin, Frau Dr. Schwätzer nahm seine Anregungen interessiert und engagiert auf. So ist es zu einem großen Teil ihm und seiner unermüdlichen Überzeugungskraft zu verdanken, dass mit seiner Verkündung am 28. Mai 1991 in Neuruppin das Bund-Länder-Sonderförderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz aufgelegt wurde.

Nach nunmehr 20 Jahren der Wirkung in über 200 Städten der östlichen Bundesländer hat das Programm seine großartige Effizienz bewiesen. Viele Jahre bereiste die Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz unter der Leitung von Gottfried Kiesow alljährlich 4 bis 5 Städte. Darüber hinaus waren zwei programmbezogene Bundeswettbewerbe in den Jahren 1992 bis 1994 und 2002 / 2003 und die alljährlich durchgeführten Kongresse Städtebaulicher Denkmalschutz, die fast immer in Quedlinburg stattfanden, wesentlich von seinem Geist geprägt.

Die unübersehbaren Ergebnisse sprechen für sich – die im Programm geförderten Innenstädte und historischen Stadtkerne sind hinsichtlich ihrer Ensemblewirkung stabilisiert und können zu wesentlichen Teilen durch ihre neue Nutzung als gerettet angesehen werden. Das Wirken der Expertengruppe, ein Gremium von Denkmalpflegern, Stadtplanern und Fachleuten aus Politik, Wissenschaft und Verwaltung, intensiv angeregt und getragen durch die Persönlichkeit Prof. Kiesow´s, ist ein herausragendes Beispiel deutsch-deutscher Gemeinsamkeit. Das Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz darf als eines der effektivsten auch deshalb bezeichnet werden, da es neben der Wiedergewinnung der Lebensfähigkeit der geförderten Städte vor allem lokal bzw. regional die klein- und mittelständische Bauwirtschaft, das Handwerk und die planenden Berufe unterstützt und entwickelt und vielen Städten wieder Lebendigkeit und Attraktivität verschafft hat. Viele der Städte sind so auch für den Tourismus interessant geworden. Manche dieser Städte dankten es Gottfried Kiesow mit einer „Ehrenbürgerschaft“.


Die Vorsitzenden der Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz

Prof. Dr. Jörg Haspel und Michael Bräuer

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